Verlagslink: https://www.rat-fte.at/publikationen.html
Titel: Relevanz und Potenziale frugaler Innovationen für Österreich : Studie im Auftrag des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Österreich
Sprache: German
Autor/Autorin: Tiwari, Rajnish  
Buse, Stephan 
Kalogerakis, Katharina 
Scheitza, Jakob 
Herstatt, Cornelius 
Schlagwörter: Frugale Innovation;Erschwingliche Exzellenz;Innovationspolitik;Forschungs- und Innovationssystem;Österreich;Frugal Innovation;Affordable Excellence;Austria;innovation policy
Erscheinungsdatum: Sep-2018
Zusammenfassung (deutsch): Diese qualitativ-explorative Studie setzte sich zum Ziel, Potenziale und Relevanz frugaler Innovationen für Österreich zu untersuchen. Mit einem Multimethoden-Ansatz wurden erste Erkenntnisse über den strategischen Imperativ frugaler Innovationen für österreichische Unternehmen gewonnen. Die Studie zeigt, dass einige österreichische Unternehmen bereits jetzt frugale Produkte und Dienstleistungen für Entwicklungs- und Schwellenländer entwickeln. Einige andere vermarkten frugale Lösungen auf dem Heimatmarkt, wo es in bestimmten Teilen der Gesellschaft einen erkennbaren Trend zu freiwilliger Bescheidenheit und moderaten Lebensstilen gibt. Viele Nutzer, insbesondere Senioren, fühlen sich von der (vermeidbaren) Hyperkomplexität technischer Lösungen überfordert und es besteht in Teilen der Gesellschaft der Wunsch, einfachere und robustere Produkte zu verwenden. Produkte und Dienstleistungen, die auf Kernbedürfnisse fokussiert qualitativ hochwertige Leistung mit Erschwinglichkeit verbinden, werden immer wichtiger, um einen anhaltend hohen Lebensstandard weiter gewährleisten zu können, z.B. im Gesundheitswesen. Ferner ist es aus Umweltschutzgründen erforderlich, den Verbrauch immer knapper werdenden Ressourcen weltweit zu reduzieren. Frugale Innovationen können daher einen positiven Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen („SDGs“) der Vereinten Nationen leisten. Österreich verfügt über eine wettbewerbsfähige, wissensbasierte und F&E-intensive Wirtschaft, die aktiv internationalen Handel betreibt. Ein Großteil der Exporte geht derzeit in andere entwickelte Volkswirtschaften Europas, insbesondere nach Deutschland. Es erscheint ratsam, dass Österreich eine ähnlich starke Marktposition in den ungesättigten, schnell wachsenden Märkten der Schwellenländer wie China und Indien aufbaut. Eine Voraussetzung hierfür sind bezahlbare und zugleich qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten österreichische Unternehmen einen Paradigmenwechsel von der „Technologie der Exklusivität“ hin zur „Technologie der Inklusivität“ vollziehen. Vorteile der Spitzenforschung in so unterschiedlichen Bereichen wie der Digitalisierung, Biotechnologie, Nanotechnologie usw. müssten dahingehend ausgeschöpft werden, dass Unternehmen neben dem Premiumsegment auch Lösungen für das frugale Segment kreieren. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Innovationspolitik in Österreich stärker auf die Förderung frugaler Innovation ausgerichtet werden sollte – von einem rein technologieorientierten Ansatz zu einem umfassenderen und erweiterten Innovationsansatz, der Innovationen in Marketing und Design einschließt. Es erscheint notwendig, das Bewusstsein für die Chancen, Potenziale und Risiken frugaler Innovationen zu schärfen und Unternehmen beim Aufbau frugaler Innovationskapazitäten zu unterstützen. Des Weiteren sollten Forschungs- und Innovationskooperationen mit Schwellenländern, die aufgrund ihrer Marktgröße, ihrer technologischen Leistungsfähigkeit und ihres Zugangs zu offenen globalen Innovationsnetzwerken als Vorreitermärkte frugaler Innovationen fungieren, intensiviert werden. Schließlich sollten die bestehenden regulatorischen Standards und Normen einer kontinuierlichen Kontrolle unterzogen werden, um Übernormierungen zu vermeiden. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, ist davon auszugehen, dass Österreich auch künftig seine globale Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbaut und gleichzeitig einen positiven Beitrag zu den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen leistet.
Zusammenfassung (englisch): This qualitative-explorative study set out to investigate potentials and relevance of frugal innovations, as enablers of “affordable excellence”, for Austria. Employing a multi-method approach combining literature review, case studies and expert interviews it sought to generate preliminary insights about the strategic imperative of frugal innovations for Austrian firms. The generated insights were analyzed with experts in a focus group to identify the resulting implications for Austria’s research and innovation system. The study discovered that some Austrian firms are already engaged in creating affordable products and services targeted at the developing economies. Yet others are utilizing frugal products and business models for the home market, where there is a growing trend in certain sections of the society for voluntary simplicity and more moderate lifestyles. Many users, especially senior citizens, feel overwhelmed by the (avoidable) hyper-complexity of technical solutions. They desire simpler and more robust products, and see the practice of planned obsolescence skeptically. Besides, the changing demographic structure is expected to enhance financial constraints in the society and affordable excellence will be increasingly crucial to ensure continued high standards of living, e.g. in healthcare. Furthermore, ecological considerations necessitate a significant reduction in the consumption of finite and depleting natural resources, globally. Engaging in frugal innovations, therefore, contributes positively to achieving the Sustainable Development Goals (SDGs). Austrian economy is competitive, knowledge-driven and R&D-intensive and actively engages in international trade. A large share of its exports, at present, is directed to other developed economies in Europe, especially Germany. It seems advisable that Austria attempts to secure a strong market position in the unsaturated and rapidly-growing markets in the emerging market economies, such as China and India, with high-quality and affordable products and services. Ensuring a sizeable market presence in such countries is likely to help Austrian firms in securing long-term global competitiveness. Nevertheless, for achieving this, Austrian firms will have to move beyond, what the Indian Minister Piyush Goyal is reported to have called the paradigm of “technology of exclusivity” to a paradigm that allows it to create “technology of inclusivity” by fully utilizing the benefits of cutting-edge research in fields as diverse as digitalization, biotechnology, nanotechnology etc. The study comes to the conclusion that the innovation policy in Austria should be recalibrated to support frugal innovation – going beyond an almost exclusively technology-focused paradigm to a more inclusive innovation-driven approach that may also encourage novel products and services on the basis of marketing and design innovations. High-tech solutions should be proactively encouraged to achieve affordable excellence in addressing global societal challenges. For this, there is a need to (a) build awareness about the imperative of frugality, (b) help firms to build frugal innovation capabilities, and (c) intensify research and innovation cooperation with emerging economies with “lead market” potential on account of their market size, technological prowess and access to open global innovation networks. Finally, regulatory standards and norms should be regularly updated to ensure continued appropriateness and avoid over-engineering that harms both business competitiveness and the environment.
URI: http://tubdok.tub.tuhh.de/handle/11420/1751
DOI: 10.15480/882.1748
Institut: Technologie- und Innovationsmanagement W-7 
Dokumenttyp: ResearchPaper
Sponsor / Fördernde Einrichtung: Diese Studie wurde im Auftrag des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (Österreich) durchgeführt.
Projekt: GZ 356-2017 
Enthalten in den Sammlungen:tub.dok

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