Titel: GERUCHSMANAGEMENT - Methoden zur Bewertung und Verminderung von Geruchsemissionen
Sonstige Titel: ODOUR CONTROL MANAGEMENT - Methods for evaluating and minimising odorous emissions
Sprache: Deutsch
Autor/Autorin: Schlegelmilch, Mirko
Schlagwörter: Geruchsmanagement, Geruchskataster, Odour-Index;Odour control management, Odour Index, Biofilter, waste gas treatment, food processing industry
Erscheinungsdatum: 2009
Quellenangabe: Schlegelmilch, Mirko (2009): GERUCHSMANAGEMENT - Methoden zur Bewertung und Verminderung von Geruchsemissionen, Hamburger Berichte Bd. 32, Stuttgart: Verlag Abfall aktuell.
Serie/Report Nr.: Hamburger Berichte ; 32
Zusammenfassung (deutsch): Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein Geruchsmanagementkonzept erarbeitet, welches zum Ziel hat, mit möglichst geringem Aufwand effektive und zuverlässige Lösungen für spezielle Geruchsprobleme zu finden. Das Konzept umfasst den gesamten Bereich von der Aufnahme der Emissionssituation über deren detaillierte Charakterisierung und Bewertung bis hin zur apparativen Beseitigung der Geruchsemissionen. Beispielhaft angewendet wurde es an einem Betrieb der Öl- und Fettveredelung. Im Rahmen dieses Konzeptes wurde für das Werksgelände ein Geruchskataster erstellt, um die Hauptgeruchsquellen zu lokalisieren. In diesem Fall erwies sich die Abluft aus der Seifenspaltung als Hauptverursacher der Geruchsemissionen. Nach einer detaillierten Charakterisierung dieser Emissionsquelle wurden, basierend auf den Ergebnissen von Untersuchungen mit Abluftbehandlungsanlagen im Labor-, Technikums- und Containermaßstab, Dimensionierungen und Kostenabschätzungen für technische Lösungen zur Verminderung der Geruchsemissionen dieses Betriebes durchgeführt. Während sich ein reines Adsorptionsverfahren mit Aktivkohle aus technischer und aus ökonomischer Sicht nicht als geeignet erwies, zeigten Biofilter und Biofilter/Adsorption-Kombinationen ein gutes Reinigungsverhalten bei vergleichsweise geringem Kostenaufwand. Für eine aussagekräftige Charakterisierung von Geruchsquellen wurde eine Bewertungsmethode über einen Odour-Index entwickelt. Der Odour-Index setzt die mittels GC/MS gemessene Peakfläche einer Substanz mit dessen Geruchsschwelle ins Verhältnis. Über den relativen Odour-Index, der das Verhältnis des Odour-Index einer Substanz zur Summe der Odour-Indices aller Geruchsstoffe einer Probe beschreibt, können dann die Hauptgeruchsstoffe einer Emissionsquelle identifiziert werden. Als eine weitere neue Größe wurde der Odour-Betrag eingeführt. Mit dem Odour-Betrag wird die Summe der Odour-Indices von betrachteten Hauptgeruchsstoffen zusammengefasst. In zahlreichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass anhand von Konzentrationsänderungen der Hauptgeruchsstoffe auch Veränderungen der Geruchsstärke und Geruchscharakteristik von Abluftproben beschrieben werden können. Diese Erkenntnis kann zur abschätzenden Beurteilung von Abluftbehandlungsanlagen zur Geruchsreduzierung genutzt werden. Als wichtige Instrumente des Geruchsmanagementkonzepts wurden ein statisches und ein dynamisches Testsystem zur Erstbeurteilung ausgewählter Abluftbehandlungsverfahren zur Geruchsreduzierung entwickelt und an Abluft aus der Öl- und Fettveredelung, der Schokoladenherstellung und der Kaffeeveredelung mittels statistischer Versuchsplanung optimiert. Der Schwerpunkt der Optimierungsversuche lag auf der Beurteilung von Biofiltermaterialien, aber auch die Anwendbarkeit für Ad- und Absorptionsverfahren wurde untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass beide Systeme als relativ schnelle Methoden prinzipiell geeignet sind, Biofiltermaterialien und andere Abluftbehandlungsverfahren im Hinblick auf ihre Eignung zur Behandlung der Geruchsemissionen einer konkreten Abluftquelle vergleichend zu beurteilen. In der Praxis zeigte sich, dass die aus den Testsystemen als leistungsstärkste Abluftbehandlungsverfahren hervorgegangen Methoden auch im Containermaßstab die besten Geruchsminderungsraten erzielten. Es können folglich potenziell geeignete Behandlungsverfahren schon vor der Durchführung von Dimensionierungsversuchen im größeren Maßstab zielgerichtet ausgwählt werden. Die Testsysteme bieten somit ein hohes finanzielles Einsparungspotenzial, da durch ihren Einsatz Untersuchungen im großtechnischen Maßstab zur Erhebung von Auslegungsdaten auf ein Minimum reduziert werden können. Damit bei der Bewertung und Beseitigung von Geruchsemissionen gezielt auf bereits vorhandene Erfahrungen zurückgegriffen werden kann, wurde im Rahmen dieser Arbeit eine geruchsspezifische Datenbank erstellt. Diese Datenbank bildet das Kernstück des Geruchsmanagementkonzeptes, da in ihr detaillierte Informationen rund um das Thema Geruch in strukturierter Form verwaltet und so dem Benutzer wertvolle Hinweise für die Lösung von Geruchsproblemen übermittelt werden. Neben der Bereitstellung stoffspezifischer Parameter wie Geruchsschwellen und Geruchseindrücken zu aufgeführten Substanzen bietet die Datenbank die Möglichkeit, die Geruchsstoffe möglichen Emissionsquellen, aber auch geeigneten Verfahren zu deren Behandlung zuzuordnen. Weitere verwaltete Informationen beinhalten Analyseverfahren, allgemeine Beschreibungen von aufgeführten Verfahren sowie Verweise auf entsprechende Anlagenbauer. Durch die kontinuierliche Erweiterung der Datensätze mit aktuellen Erkenntnissen entsteht ein ständig wachsender Wissenspool zu geruchsspezifischen Fragestellungen, der einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Verminderung von Geruchsemissionen leisten kann.
Zusammenfassung (englisch): Within this thesis an odour management strategy has been invented, aiming at effective and reliable solutions for specific odour emissions problems with minimum expenses. The concept covers the whole scenario from the odour assessment including a thorough characterization of all emissions source to the technical reduction of odorous emissions. For the characterization of odour emissions a new odour-index method has been developed and applied to various sources. The development and optimization of mobile test systems allow a first evaluation of potentially suitable odour treatment methods for a specific odour emission problem with quite handy equipment. Taking an oil and fat refinery as an example, the odour management strategy has successfully been applied. For the main emissions source, which resulted from the deacidification process, the odorous key substances have been identified, and a suitable treatment system has been designed. Finally, all findings resulting from this work have been fed into a self-designed odour specific data base.
URI: http://tubdok.tub.tuhh.de/handle/11420/495
URN: urn:nbn:de:gbv:830-tubdok-5728
DOI: 10.15480/882.493
ISBN: 978-3-9810064-9-0
Institut: Abfallressourcenwirtschaft B-1
WasteResourceManagement B-1
Studienbereich: Bauwesen
Dokumenttyp: Dissertation
Hauptberichter: Stegmann, Rainer
Gradverleihende Einrichtung: Technische Universität Hamburg
Enthalten in den Sammlungen:tub.dok

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